Wer sich selbstständig macht, benötigt in den meisten Fällen auch eine Internetseite. Diese muss ja irgendwo liegen. Am einfachsten ist es, wenn man die Domain und das Webhosting beim selben Anbieter hat. Für welchen Anbieter soll man sich nun entscheiden? Es gibt sehr viele da draußen. Beispielsweise 1und1, Host Europe, All-Inkl, Raidboxes, … Es gibt unglaublich viele! Ich habe nicht alle getestet. Aber ich hab immer wieder mit unterschiedlichen Webhostern zu tun, wenn ich eine Internetseite für meine Kunden erstelle und diese dann von meiner Entwicklungsumgebung auf deren Server – also zu deren Webhoster – übertragen muss. Da gibt es dann gerne mal Überraschungen: Ist die Seite bei mir noch schön schnell gewesen, ist sie dann plötzlich sehr langsam. Das liegt dann am Server des Webhosters. Das sind im Grunde auch nur Computer. Wenn dort also ein langsamer Computer steht, der sich mit vielen Menschen geteilt wird, dann ist die Internetseite einfach langsam. Und das ist Kacke.

Warum Ladezeit wichtig ist

Nicht nur, wenn man selbst an der eigenen Seite etwas ändern und anpassen muss und dies durch die Ladezeit verzögert wird. Speziell für die Besucher der Seite ist es relevant: Lädt die Seite nicht schnell genug, springen sie wieder ab. Sie lesen deine Inhalte nicht. Und Google sieht, dass die Leute abspringen und sorgt für ein schlechteres Ranking in den Suchergebnissen. Das wollen wir alles nicht, denn wir gehen ja mit unserer Message raus, damit wir damit so viele Menschen wie möglich erreichen.

Voraussetzungen

In den meisten Fällen dreht es sich um WordPress-Seiten. Vielleicht mit WooCommerce als Shop-System. Avada als Theme. Kontaktformulare. Wir brauchen also ein bisschen Speicherplatz. Das ist selten der Engpass und selbst kleine Tarife bieten in der Regel genug. Selbst wenn man Online-Videos darüber bereitstellen will, denn die lagert man am Besten eh auf Vimeo aus. Eine Datenbank. Auch da haben die meisten eine aktuelle MySQL-Version. Was wir (neuerdings) auch auf jeden Fall brauchen, ist ein SSL-Zertifikat. Ist bei einigen mit drin, bei anderen kostet es extra. Und natürlich PHP – aber auch das bieten die meisten standardmäßig mit an. Da das Thema Datenschutz eine immer größere Rolle spielt, sollte man auf einen deutschen Server setzen.

Geschwindigkeit

Das, was leider eher nicht so transparent kommuniziert wird und einfach zu greifen ist, ist eben die Geschwindigkeit. Und weil ich gerade wieder das Problem bei einem Kunden hatte, dass die Seite sehr langsam wurde, als ich sie von All-Inkl zu 1und1 umgezogen habe, hab ich dies zum Anlass genommen, die selbe Seite auf unterschiedlichen Webhostern zu testen. Leider nur 1und1, All-Inkl und Raidboxes. Aber für mich reichte das erstmal an Infos. Für dich vielleicht auch.

1und1

Ich hab also zum Start den Business-Tarif von 1und1 genommen und hab gleich gemerkt: Hier kommen wir nicht sehr weit (Spalte 1). 1und1 bietet sogenannte “Performance Level” an, die mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen. Hier also ein Upgrade gemacht und das höchste Level 5 eingestellt. Erneut getestet und tatsächlich einen bessere Geschwindigkeit rausgekitzelt (Spalte 2).

All-Inkl

Bei All-Inkl hab ich die Seite auf einem Server mit dem höchsten Tarif, dem Business-Tarif, getestet und dort ein sehr gutes Ergebnis erzielt (Spalte 3). Dann wollte ich aber mal wissen, wie es um All-Inkl steht, wenn man dort einen kleinen Tarif nimmt. Also hab ich die selbe Seite noch mal zu einem Privat-Plus-Tarif kopiert und dort getestet (Spalte 4) und immer noch ein sehr gutes Ergebnis bekommen.

Weil Raidboxes einen serverseitigen Cache nutzt, hab ich spaßeshalber bei der All-Inkl-Installation mal ein sehr einfaches Cache-Plugin installiert (Cache Enabler). Das Ergebnis ist in Spalte 6 zu sehen.

all-inkl.com/webhosting

Raidboxes

Immer wieder tauchte dann die Frage auf, wie es um Raidboxes steht. Denn die werben ja damit, dass sie das schnellste Hosting für WordPress-Seiten anbieten. Ich hab sie noch nie vorher getestet. Ich fand sie auch einfach zu teuer, wenn man – wie ich – mehrere Seiten betreibt. Hat man aber nur EINE WordPress-Seite, liegt man hier bei fairen 15 Euro (April 2019) plus Domain-Kosten. Da sie es einem extrem einfach machen, seine WordPress-Seite zu denen umzuziehen und man sie 14 Tage kostenlos testen kann, hab ich es mir nicht nehmen lassen, sie mal genauso zu testen. Wenn ich schon mal dabei bin. Das Ergebnis siehst du in Spalte 5. Sehr gut. Aber jetzt auch nicht so mega überragend im Vergleich zu All-Inkl. Ich bin mir nicht sicher, wie fair der Vergleich ist, denn Raidboxes baut direkt sein serverseitigen Cache ein. Aber das ist halt einfach ein sehr geiles Feature und bringt ordentlich Geschwindigkeit mit sich.

Internetseitengeschwindigkeit testen

Folgende Tools hab ich zum testen genutzt:

Fazit

Mein ganz persönliches Fazit:

Ja, Raidboxes ist verdammt schnell. All-Inkl aber auch. Finger weg von 1und1.

Für mich selbst ist weiterhin All-Inkl perfekt. Ich habe über 10 Seiten und muss auch mal die wp-config.php bearbeiten. Ich zahle 25 Euro für den Business-Tarif. Darin sind 20 Domains enthalten. Wenn man bedenkt, dass eine .com dort 14,95€ pro Jahr kostet, ist es gar keine Frage, diesen Tarif zu nehmen, wenn man 20 Domains und mehr besitzt. Der Support reagiert mega schnell und hilft auch mal bei Themen, für die sie eigentlich gar nicht zuständig sind.

Für Jemanden, der nur EINE WordPress-Installation hat (einfach weil es pro Seite 15€ kostet) und mit der Technik so wenig wie möglicht zu tun haben will, für den könnte Raidboxes definitiv etwas sein. Die bringen noch allerhand Features mit, die es einem nicht-so-technik-affinen wirklich bequem und sicher machen.

Meinen Kunden – auch wenn sie erstmal nur eine WordPress-Installation haben – werde ich weiterhin All-Inkl empfehlen. Aus meiner Sicht ist man damit flexibler und da ich sie ja betreue, ist das Technik-Problem auch nicht so dramatisch. Starten sollte man mit All-Inkl PrivatPlus und wenn man merkt, dass das zu langsam ist oder man 10 oder 20 Domains hat, kann man das Upgrade in Premium oder Business machen.

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